Anschläge auf World Trade Center und Pentagon

Der Vierte Tag der Angriffe

Donnerstag, 11. Oktober 2001

Berichte aus dem Spiegel

Kanzler: Deutschlands Solidarität mit USA keine "Lippenbekenntnisse" ---------------------------------------------------------------------

In seiner Regierungserklärung zur Lage nach den Militärschlägen in Afghanistan hat Bundeskanzler Gerhard Schröder die Solidarität Deutschlands mit den USA noch einmal bekräftigt. Eine Verfassungsänderung für einen Einsatz der Bundeswehr im Inland lehnte er ab.

Berlin - Die Maßnahmen hat Schröder die als "entscheidende und wahrscheinlich langwierige Auseinandersetzung" mit dem internationalen Terrorismus bezeichnet. Diese Auseinandersetzung "ist uns durch die barbarischen Attentate in den USA aufgezwungen worden", sagte der SPD-Politiker am Donnerstagmorgen im Bundestag. "Wir werden sie gewinnen", versprach er.

Schröder sagte, Deutschland habe sich "in einer neuen Weise internationaler Verantwortung zu stellen". Die Ära in der Nachkriegsgeschichte, in der Deutschland ausschließlich mit finanziellen Mitteln zu internationalen Bemühungen zur Sicherung von Freiheit und Menschenrechten beitrug, "ist unwiederbringlich vorbei". Deutschlands Solidarität mit den USA werde sich nicht in "Lippenbekenntnissen" erschöpfen.

An den ersten Militärschlägen waren keine Bundeswehr-Soldaten beteiligt. Aber von Freitag an werden Awacs-Aufklärungsflugzeuge der Nato mit deutschen Soldaten an Bord den Luftraum Nordamerikas kontrollieren.

Schröder wandte sich gegen Verfassungsänderung für einen Einsatz der Bundeswehr im Inland. Er verwies darauf, dass die geltende Gesetzeslage den Einsatz von Soldaten in bestimmten Situationen im Inneren bereits zulasse. Hier gehe es darum, die Polizei zu unterstützen. Im Kampf gegen den Terrorismus helfe eine abstrakte Diskussion über die Verschiebung von Grundfesten des deutschen Gemeinwesens nicht weiter. "Damit es da gar keinen Zweifel gibt: An der Unterscheidung von äußerer und innerer Sicherheit werden wir festhalten." Der Kanzler versicherte auch noch einmal, es gebe für Deutschland zurzeit "keine Hinweise auf akute Bedrohung mit terroristischen Anschlägen".

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U S - A N G R I F F E

Hunderte von Explosionen in Kabul

Die Amerikaner nehmen Tag und Nacht Ziele in Afghanistan unter Beschuss. Bei den jüngsten Angriffen soll es mindestens 25 tote Zivilisten gegeben haben, darunter nach Angaben der Taliban auch Frauen und Kinder.

AP

Kabul/Washington - Zehn Zivilisten seien in der Nacht zum Donnerstag durch einen Raketeneinschlag in ein Haus im Osten Kabuls getötet worden, berichtete die afghanische Nachrichtenagentur AIP. Damit steige die Zahl der zivilen Opfer seit Beginn der Luftattacken auf Afghanistan am Sonntag auf mindestens 80. Hunderte Explosionen erschütterten nach Fernsehberichten die Hauptstadt Kabul. Auch eine Militärakademie der Taliban sei getroffen worden, meldete das staatliche pakistanische Fernsehen. Die Luftabwehr der Taliban habe zurückgeschossen, offenbar aber ihre Ziele verfehlt.

Mehrere Bomben und Raketen schlugen Augenzeugen zufolge in der Stadt ein. Der US-Sender CNN berichtete vom Einsatz mehrerer Flugabwehrraketen. Nach Angaben der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP griffen US-Kampfflugzeuge auch Taliban-Stellungen nahe der Grenze zu Pakistan an. Ziel sei eine Militärbasis im sechs Kilometer von der Grenze entfernten Schamschaad gewesen. Augenzeugen berichteten von fünf oder sechs Explosionen.

Afghanische Flüchtlinge berichteten von heftigen Angriffen der US-Luftwaffe am Donnerstag auf die Taliban-Hochburg Kandaher im Süden des Landes. Die Bombardements in der vergangenen Nacht seien deutlich schwerer gewesen als die vorangegangenen Angriffe. Die Attacken lösten einen Flüchtlingsstrom in Richtung der pakistanischen Grenze aus.

Bei den US-Angriffen in Kandahar wurden nach Taliban-Angaben mindestens 15 Zivilisten getötet worden. Der Befehlshaber der Taliban in der Stadt, Mullah Muhammad Achtar Usmani sagte, auch Frauen und Kinder seien unter den Opfern. Militärangehörige seien nicht getötet worden.

Zwei Verwandte von Omar getötet?

Aus US-Regierungskreisen verlautete, bei den ersten Angriffen auf Kandahar seien am vergangenen Sonntag auch zwei männliche Verwandte des Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar getötet worden. Zudem soll ein ranghoher Taliban-Vertreter bei Angriffen aus Masar-i-Scharif ums Leben gekommen sein.

Am vierten Tag der US-Militäraktionen gegen Einrichtungen des Taliban-Regimes in Afghanistan hatten sich die Angriffe von US- Kampfjets zuvor auf den Flughafen Kandahars konzentriert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London waren an den Angriffen auch britische Aufklärungs- und Tankflugzeuge beteiligt.

Streit um die Luftabwehr

Bereits vor der nächtlichen amerikanischen Angriffswelle hatte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Washington erklärt, die US-Streitkräfte hätten mittlerweile die Lufthoheit über Afghanistan erlangt. Gewährsleute erklärten, die afghanische Flugabwehr sei ausgeschaltet.

Außerdem seien bis auf einen alle Flugplätze der Taliban unbrauchbar gemacht worden. Bei den am Sonntag begonnenen Luftangriffen seien ferner Stellungen von Soldaten und Ausbildungslager für Terroristen getroffen worden. Nach Darstellung des Taliban-Regimes ist die afghanische Flugabwehr allerdings nach wie vor intakt.

Taliban wollen verhandeln

AFP/DPA

Das afghanische Taliban-Regime bot den USA unterdessen erneut Gespräche an, um "Missverständnisse zu beseitigen". Das Angebot sei in einem Brief von Taliban-Außenminister Mullah Wakil Ahmed Mutawakil an die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) enthalten, berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP.

In dem Brief schreibt der Außenminister, die Taliban hätten den USA mehrfach Gespräche angeboten und seien ungeachtet der US-Angriffe auf Ziele in Afghanistan nach wie vor dazu bereit. Zugleich warf Mutawakil den USA vor, einen "Kreuzzug" zu führen. "Dies(er Angriff) ist nicht nur ein Problem für Afghanistan sondern für die gesamte arabische Welt." Er forderte die OIC auf, alles für eine Beendigung der Angriffe zu unternehmen. Muttawakil bat die islamischen Staaten um Unterstützung gegen die US-Angriffe. Sie sollten helfen, die Militäroffensive zu stoppen. Nach Angaben der Taliban wurden seit Beginn der Bombardements am Sonntagabend landesweit bislang 76 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt.

Taliban: Beschränkungen für Bin Laden aufgehoben

Der Taliban-Botschafter in Pakistan, Abdul Salam Saif, erklärte am Mittwoch, der Nordallianz sei es bislang nicht gelungen, gegen die Taliban Boden zu gewinnen. Die Opposition habe in der afghanischen Bevölkerung keine Unterstützung. Saif sagte weiter, Bin Laden habe die amerikanischen Angriffe unversehrt überstanden.

Kurz zuvor hatte ein Sprecher des Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar im paschtunischsprachigen Dienst des britischen Rundfunksenders BBC erklärt, die Taliban würden jetzt alle Beschränkungen für Bin Laden aufheben. Er begründete dies damit, dass sich mit den amerikanischen Angriffen die Lage völlig verändert habe. Bislang hatten die Taliban erklärt, Bin Laden befinde sich in ihrer Obhut, sei aber von allen Kommunikationsmöglichkeiten abgeschnitten. Nach Einschätzung der britischen Regierung verfügt al-Qaida wahrscheinlich über chemische und biologische Kampfstoffe. Der Staatssekretär im Außenministerium, Ben Bradshaw, sagte im australischen Fernsehen:"`Wir wissen, dass al-Qaida in den letzten zehn Jahren versucht hat, in den Besitz biologischer und chemischer Waffen zu gelangen. Wir nehmen an, dass ihnen das auch gelungen ist."

Powell: USA planen noch keine Angriffe auf andere Staaten --------------------------------------------------------------------- Washington - Die USA haben nach Angaben von Außenminister Colin Powell zurzeit keine Pläne für Angriffe auf andere Ziele als Afghanistan und die Organisation al-Qaida des moslemischen Extremisten Osama Bin Laden. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus komme "eins nach dem anderen".

Die erste Phase der Kampagne, die die USA nach den Anschlägen vom 11. September eingeleitet hatten, richte sich klar gegen al-Qaida. Es bleibe zudem abzuwarten, was sich als Ergebnis der inzwischen eingeleiteten geheimdienstlichen, juristischen und finanziellen Maßnahmen zeige.

Powell unterstrich zugleich, die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush, der Terrorismus werde von den USA überall auf der Welt verfolgt, wo immer er sich zeige, bleibe weiterhin gültig. Die "New York Times" hatte am Mittwoch berichtet, mögliche Schläge der USA könnten sich auch gegen "Terroristen" richten, die ihre Zentren in den Philippinen, in Indonesien und in Malaysia hätten und die Verbindungen zur al-Qaida Bin Ladens unterhielten.

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US-Angriffe: "Ohne Bodentruppen ist das aussichtslos" ---------------------------------------------------------------------

Bislang setzen die US-Militärs auf Luftangriffe, um das Taliban-Regime zu schwächen. SPIEGEL ONLINE sprach mit dem Orient-Experten Andreas Rieck über die Erfolgsaussichten solcher Angriffe, die Notwendigkeit von Bodentruppen und die Macht des Geldes in dieser Region.

Hamburg - Mit neuen Luftangriffen auf Ziele in Afghanistan haben die USA am Mittwoch ihren militärischen Druck auf die Taliban verstärkt. Bereits vorher hieß es am Dienstag im Verteidigungsministerium in Washington, die US-Streitkräfte hätten die Lufthoheit über Afghanistan erlangt.

Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte, die afghanische Flugabwehr sei ausgeschaltet. Außerdem seien bis auf einen alle Flugplätze der Taliban unbrauchbar gemacht worden. Bei den am Sonntag begonnenen Luftangriffen seien ferner Stellungen von Soldaten und Ausbildungslager für Terroristen getroffen worden.

Die Erfolgsmeldungen aus dem Pentagon lassen sich derzeit kaum überprüfen. Inzwischen gibt es aber auch kritische Stimmen, die die Strategie der Amerikaner in Frage stellen. So bezweifelt der Afghanistan-Experte Andreas Rieck vom Deutschen Orient-Institut, dass die Luftangriffe auf das Land zum gewünschten Erfolg führen. "Ohne Bodentruppen kann man die Taliban nicht stürzen", sagt Rieck gegenüber SPIEGEL ONLINE. Bomben allein hält er für zwecklos. "Die Bombardierung auf Schießstände und leere Baracken ist ein Zeichen von Einfallslosigkeit".

Kabul als Schlüssel zum Sieg

Der Schlüssel zum Erfolg liegt nach Einschätzung von Rieck zum einen in der Eroberung Kabuls. Dort gebe es viele, die den Gotteskriegern gegenüber äußerst kritisch eingestellt seien. Beim Großteil der Bevölkerung sei das Regime von Mohammed Omar regelrecht unbeliebt. Eine Eroberung der afghanischen Hauptstadt käme einem Wendepunkt gleich. Der moralische Schlag gegen die Taliban könnte eine Art Kettenreaktion auslösen, die schließlich zum Niedergang der Taliban führen könnte, sagt Rieck voraus.

Doch auch Luftlandetruppen allein wären nicht ausreichend, um den Taliban, die nach Einschätzung Riecks in etwa zwei Dritteln des Landes als Besatzungsmacht auftreten, den Garaus zu machen. Auch wenn es banal klingt: Flankiert werden könnte der Sturz der Gotteskrieger mit Geld, ist Rieck überzeugt. "Anstatt teure Cruise Missiles abzuschießen und möglicherweise Zivilisten zu treffen, sollte besser gezielt Geld eingesetzt werden", betont der Afghanistan-Experte. Die lokalen Kommandeure stünden zwar hinter den Taliban, hätten sich diesen jedoch aus reinem Machtkalkül angeschlossen.

Die lokalen Kommandeure gelten als realistisch und machtbewusst. "Die wissen genau wo der Wind weht. Wenn die Taliban auf der Verliererstraße sind, ist es mit der Unterstützung vorbei." In diesem Falle könnten sich die Afghanen für die Taliban als unsichere Kantonisten erweisen. Diese Haltung müssten sich die Angreifer zu Nutze machen, rät Rieck.

Die Taliban in der Auflösung?

Wie sehr die Moral in den Reihen der Gotteskrieger bereits angeknackst ist, darauf lassen zumindest die nahezu täglichen Meldungen von übergelaufenen Taliban-Kämpfern schließen, die sich der oppositionellen Nordallianz anschließen. Auch Rieck ist der Überzeugung, dass die Auflösungserscheinungen der Taliban bereits in vollem Gange sind. Noch werde das Regime allerdings "mit brutaler Gewalt" aufrechterhalten, sagt er.

Zum Sturz der Taliban hält Rieck als dritten Faktor auch die Nordallianz für unerlässlich. Diese hält derzeit etwa zehn Prozent des Landes und könnte bei der Rückeroberung von Gebieten eine wichtige Rolle spielen. Für ein dauerhaftes Ende des Bürgerkrieges ist die Nordallianz als politischer Machthaber jedoch nach Einschätzung des Orient-Experten nicht geeignet. Die allerbeste Chance für eine Stabilisierung liegt derzeit in der Person des in Rom im Exil lebenden Ex-König Mohammed Sahir Schah. Der 86-Jährige ist wie die afghanische Bevölkerungsmehrheit Paschtune. Um nach einem eventuellen Ausschalten des Taliban-Regimes ein politisches Vakuum zu verhindern, setzen inzwischen auch die Vereinten Nationen auf den Greis.

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Krieg am Boden: USA wollen Spezialeinheiten nach Afghanistan schicken ---------------------------------------------------------------------

Die USA planen offenbar den Einsatz von speziellen Bodentruppen in Afghanistan. Auch Militärschläge gegen Terroristen-Hochburgen auf den Philippinen, in Indonesien und Malaysia sollen im Gespräch sein. Die Amerikaner setzten ihre Militärschläge auch am Mittwoch fort.

Washington - US-Kampfjets bombardierten am Mittwoch den vierten Tag in Folge mutmaßliche Stellungen der Taliban und des als Terroristen gesuchten Osama Bin Laden in Afghanistan. Die Angriffe hätten sich auf den Flughafen der südlichen Taliban- Hochburg Kandahar konzentriert, meldete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. Taliban-Anführer Mullah Mohammad Omar und Bin Laden überstanden die Luftattacken nach Angaben ihrer Anhänger unbeschadet. "Sie sind am Leben, und es geht ihnen gut", sagte der Taliban-Botschafter in Pakistan, Mullah Abdul Salam Saif.

Nach Augenzeugenberichten eröffnete die Luftabwehr der Taliban-Regierung das Feuer. "Die Stromversorgung wurde abgeschaltet und die Taliban-Luftabwehr beginnt zu feuern", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich denke, die US-Flugzeuge sind wieder da", fügte er hinzu.

In US-Kreisen geht man unterdessen laut "New York Times" davon aus, dass der Militärschlag auch auf terroristische Gruppen, die mit al-Qaida in Verbindung stehen, ausgedehnt wird. Wahrscheinliche Ziele sind die Philippinen, Indonesien und Malaysia. Einen genauen Zeitplan gebe es jedoch noch nicht. Ostasiatische Terror-Einheiten hätten ihre Tätigkeiten in den vergangenen Jahren ausgeweitet und mit Osama Bin Ladens Netzwerk Geld, Kämpfer und Material ausgetauscht.

Für die "Black Hawks" ist das jedoch Zukunftsmusik. Sie bereiten sich gerade für einen Spezialeinsatz in Afghanistan vor. Für schlechtes Wetter und Dunkelheit sind sie bestens gerüstet. Auch bei schwieriger Sicht können die Hubschrauber in geringer Höhe, doch mit hoher Geschwindigkeit fliegen - ideal, um in der Nacht Spezialeinheiten in Afghanistan abzusetzen. Nach den Bombenangriffen der vergangenen Tage wird nun erwartet, dass die Elitesoldaten eine tragende Rolle im Krieg gegen die Taliban und Osama Bin Laden übernehmen.

"Man wird vermutlich Hubschrauber sehen, die Spezialtruppen absetzen und wieder aufnehmen", sagt US-Senator John McCain, ein früherer Marinepilot. "Das Szenario einer umfassenden Bodeninvasion ist einfach nicht umzusetzen - aber man muss wohl auf dem Boden zuschlagen, um sicherzustellen, dass die Trainingslager und andere Einrichtungen von Terroristen ausgeschaltet werden."

In kleinen Gruppen könnten die amerikanischen Elitekämpfer die Spur des mutmaßlichen Terroristenführers Bin Laden aufnehmen. Das Ziel: ihn zu entführen oder zu töten. Dabei könnten sie auch Anti-Taliban-Kräfte unterstützen. Die Green Berets etwa könnten die Kämpfer der Nordallianz ausrüsten, ausbilden und ihnen taktische Kniffs verraten. Die Rückendeckung für die Opposition ist ein erklärtes Ziel der USA. Einige Spähtrupps sollen schon vor Ort sein. Für den Einsatz weiterer Spezialtruppen sind die Vorbereitungen getroffen.

Gefahren im Bergland

Auf der Suche nach Bin Laden müssten sie sich durchs afghanische Bergland schlagen, das zahllose Verstecke bietet. Die Kämpfer Bin Ladens und die Taliban kennen das Gelände weitaus besser und können dort ebenfalls in kleinen Gruppen operieren.

Der Aufenthaltsort Bin Ladens scheint nach wie vor unbekannt zu sein. Die US-Regierung geht aber davon aus, dass er sich noch in Afghanistan versteckt hält. Um ihn zu finden, müsste man jedoch auf einer Fläche von 512.000 Quadratkilometern jeden Stein umdrehen, meint ein Veteran des gescheiterten sowjetischen Afghanistan-Kriegs, General Ruslan Auschew.

Real Video: Die Rede des Suleiman Abu Gheith im Originalton

"Wenn wir auf der Grundlage guter Geheimdienstinformationen vorgehen, dann dürfte es darauf hinauslaufen, dass Kräfte wie die Delta Force versuchen werden, verdeckt hineinzugehen, ihn festzunageln und verdeckt hinauszugehen", sagt der pensionierte General Fred Woerner. Die Delta Force ist eine der insgesamt 29.000 Soldaten umfassenden Spezialtruppen, die unter anderem für Entführungen, Geiselbefreiungen und Angriffe auf kleinem Raum ausgebildet sind.

Neben der weitgehend geheim gehaltenen Delta Force und den Green Berets gehören auch die Rangers zu den Spezialtruppen der Armee. Ihnen könnte nach Angaben des ehemaligen Luftwaffenoberst Michael Haas die Aufgabe zugedacht sein, überraschende Überfälle auf Stützpunkte von Terroristen im afghanischen Bergland auszuführen. Die Seals (Sea, Air, Land) sind die "Geheimwaffe" der Marine. Auch die Luftwaffe hat ihre Sondereinheiten. "Sie sind wie ein Hammerschlag ins Gesicht", meint der Militärfachmann Andy Messing, selbst ehemaliger Major bei einer solchen Spezialeinheit. Einzelne Untergruppen tragen Namen wie Night Stalkers - ihr Motto: "Der Tod wartet im Dunkeln".

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